kW beschreibt die Wirkleistung, kVA die Scheinleistung. Für eine vereinfachte Umrechnung gilt bei Wechselstrom kW = kVA × Leistungsfaktor beziehungsweise kVA = kW ÷ Leistungsfaktor. Für die Auswahl eines Stromerzeugers reicht diese Formel allein nicht aus: Lastart, Wirkungsgrad, Anlaufstrom, Lastsprünge und das konkrete Datenblatt müssen zusätzlich berücksichtigt werden.
Bei Stromerzeugern werden Leistungswerte häufig sowohl in Kilovoltampere (kVA) als auch in Kilowatt (kW) angegeben. Beide Werte beschreiben unterschiedliche elektrische Größen. Wer sie verwechselt oder pauschal mit einem festen Faktor umrechnet, kann ein Aggregat zu klein oder unnötig groß auswählen.
Was bedeuten kW und kVA?
Kilowatt (kW) bezeichnet die Wirkleistung, die beim Verbraucher tatsächlich in nutzbare Arbeit, Wärme, Licht oder Bewegung umgesetzt wird. Kilovoltampere (kVA) bezeichnet die Scheinleistung, also die elektrische Gesamtbelastung aus Wirk- und Blindleistung.
Bei rein ohmschen Lasten liegen kW und kVA nahe beieinander. Motoren, Transformatoren und viele elektronische Verbraucher benötigen zusätzlich Blindleistung. Dadurch ist die Scheinleistung höher als die Wirkleistung.
Welche Rolle spielt der Leistungsfaktor?
Der Leistungsfaktor, häufig als cos φ oder power factor angegeben, beschreibt bei sinusförmigen Größen das Verhältnis von Wirkleistung zu Scheinleistung. Ein Wert von 1 bedeutet, dass die gesamte Scheinleistung als Wirkleistung genutzt wird. Ein kleinerer Wert bedeutet einen höheren Blindleistungsanteil.
Der Leistungsfaktor ist keine frei wählbare Konstante. Er hängt von den angeschlossenen Verbrauchern und ihrem Betriebszustand ab. Beim Motorstart kann er deutlich vom Wert im stationären Betrieb abweichen.
Wie werden kVA und kW umgerechnet?
kW = kVA × Leistungsfaktor
kVA = kW ÷ Leistungsfaktor
Beispiel: 100 kVA bei einem Leistungsfaktor von 0,8 entsprechen rechnerisch 80 kW. Umgekehrt entsprechen 80 kW bei 0,8 einem Bedarf von 100 kVA. Die Rechnung setzt voraus, dass derselbe Leistungsfaktor für den betrachteten Betriebszustand gilt.
Bei Drehstrom müssen Spannung, Strom und der Faktor √3 berücksichtigt werden, wenn aus Messwerten gerechnet wird. Für eine Produktwahl sollten die Leistungsangaben des aktuellen Datenblatts verwendet werden.
Warum genügt die Umrechnung nicht für die Dimensionierung?
Ein Generator muss nicht nur die stationäre Wirkleistung liefern. Der Alternator muss auch Schein- und Blindleistung verkraften, während der Motor die erforderliche Wirkleistung und transiente Laständerungen bewältigt. Zusätzlich sind zu prüfen:
- Anlauf-kVA und Anlauf-kW von Motoren und Kompressoren
- Leistungsfaktor im Start- und Dauerzustand
- nichtlineare Lasten wie USV oder Frequenzumrichter
- Zuschaltreihenfolge und Größe einzelner Lastsprünge
- zulässiger Spannungs- und Frequenzeinbruch
- PRP-, ESP- oder andere Betriebsart
- Temperatur, Höhe, Belüftung und weitere Standortbedingungen
Welche Angaben werden für eine belastbare Auswahl benötigt?
Für eine technische Auslegung sollten je Verbraucher mindestens Nennleistung, Spannung, Phasenanzahl, Leistungsfaktor, Wirkungsgrad, Startart und Anlaufstrom erfasst werden. Hinzu kommen das Lastprofil, die geplante Zuschaltfolge, die Betriebsdauer und die Umgebungsbedingungen.
Die endgültige Auswahl wird mit den aktuellen Herstellerdaten und – bei anspruchsvollen Lasten – einer projektspezifischen Auslegung abgeglichen.
Häufige Fragen
Sind 100 kVA immer 80 kW?
Nein. 80 kW ergeben sich nur bei einem Leistungsfaktor von 0,8. Bei einem anderen Leistungsfaktor ändert sich die Umrechnung.
Kann der Leistungsfaktor pauschal mit 0,8 angesetzt werden?
0,8 ist eine verbreitete Nennbezugsgröße, aber kein universeller Lastwert. Maßgeblich sind die tatsächlichen Verbraucher, ihr Betriebszustand und das konkrete Datenblatt.
Muss ein Generator nach kW oder kVA ausgewählt werden?
Beides ist relevant. Der Motor muss die Wirkleistung bereitstellen, der Alternator die elektrische Belastung in kVA und die Blindleistung beherrschen.
Quellen und fachliche Grundlage
Die verlinkten Herstellerquellen dienen der fachlichen Einordnung. Für ein konkretes Projekt gelten die aktuellen Datenblätter, Handbücher und vereinbarten Spezifikationen.
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